Katzen sind begnadete Jäger: Sie lauern ihrer Beute auf, warten auf den richtigen Moment und schnappen dann zu. Deswegen sind Katzen auch äußerst geduldig – sehr um Leidwesen der Besitzer, wenn sie nachts vor der Schlafzimmertür miauen und miauen und gar nicht mehr aufhören wollen. Wir sehen uns an, warum Katzen nachts vor der Tür miauen und was man dagegen machen kann.

Warum Katzen miauen

Die meisten Katzenbesitzer werden es schon wissen: Die Katze miaut vor der Tür, weil Katzen keine geschlossenen Türen mögen. Dadurch wird schließlich ihr Territorium eingegrenzt. Außerdem sind Katzen besonders zur Dämmerung aktiv, wollen auf die Jagd gehen und unterhalten werden und da ist es natürlich besonders langweilig, wenn der Mensch gerade schläft und sie nicht unterhält. Oder die Katze will mit ihrem Menschen im Bett kuscheln, schließlich ist der Mensch warm und so kann man ihn morgens besser nerven, wenn man Hunger bekommt.

Die Katze setzt sich also vor die Tür und miaut, damit der Mensch aufsteht, ihr etwas Aufmerksamkeit schenkt, mit ihr spielt und – falls das Tier besonders viel Glück hat – sie vielleicht sogar füttert.

Nun gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, wie man auf die Tierchen reagieren kann, die alle irgendwie Sinn ergeben. Fangen wir mit den Sachen an, die man besser bleiben lässt, damit es nicht noch schlimmer wird.

Was man nicht machen darf

Manch einer wird sich, genervt vom ewigen Miauen der Fellnase, denken: “Ich füttere das Tier einfach, dann ist Ruhe.” Wahrscheinlich funktioniert es sogar, aber die Katze lernt dadurch natürlich, dass sie nur lang genug miauen muss, um gefüttert zu werden. Sie wird das also in Zukunft öfter machen.

Ähnlich ist es, wenn der genervte Mensch mit einer Spritzpistole bewaffnet vor die Tür tritt und die Katze bespritzt. So verliert die Katze einerseits Vertrauen zu ihrem Menschen, andererseits ist wenigstens etwas passiert und der Mensch ist aufgestanden. Eventuell macht sie das dann in Zukunft ebenfalls öfter. Die Grundregel beim Erziehen von Katzen ist: Nur durch positives Verstärken des gewünschten Verhaltens erziehen, niemals durch Bestrafung.

So gewöhnt man der Katze das Miauen ab

Sehen wir uns ein paar Sachen an, die allgemein empfohlen werden, wenn es um miauende Katzen geht. Welche Methode eure Katze zu eurem Wunschtier erzieht, wird sich zeigen – einfach mal ausprobieren.

Auspowern

Eine Sache, die helfen kann, ist ein sehr intensives Spiel mit dem Tierchen, bevor man ins Bett geht. 10 bis 15 Minuten ausgiebiges Spielen mit dem Lieblingsspielzeug der Katze, dann ist sie erstmal erschöpft und schläft morgens vielleicht etwas länger. Wer sie nach dem Spielen mit etwas Futter belohnt, sorgt zudem dafür, dass sie einem nicht mit leerem Magen morgens weckt.

Dies kann den unerwünschten Nebeneffekt haben, dass die Katze zur Schlafenszeit des Menschens immer ungeduldig wird und gefüttert werden möchte. Hier ist ausprobieren gefragt.

Futterautomat

Bei einer Katze, die miaut, weil sie Hunger hat, hilft eventuell das Aufstellen eines Futterautomaten. Die Idee dahinter ist, dass das Aufstehen des Menschen und das Erhalten von Futter für die Katze nicht mehr direkt zusammengehört. Ebenso kann es helfen, die Katze nicht sofort nach dem Aufstehen zu füttern. Wer nach dem Aufstehen die Kater nicht priorisiert und zum Beispiel erst nach der morgendlichen Dusche oder vorm Verlassen des Hauses füttert, signalisiert der Katze eventuell auch, dass Aufstehen und Füttern nicht direkt zusammenhängen.

Auch das, was bei der Firma Trixie “Cat Activity”-Spielzeug genannt wird, kann helfen, wenn die Katze sich morgens langweilt – z. B. eine Pföteldecke oder ein Snackball. Bei unseren Katzen wären letztere sicher weniger effektiv, denn wenn etwas Essbares da ist, wird es gleich verschlungen; da wartet niemand auf die Morgendämmerung. Aber jede Katze ist anders.

Geduld

Hilft das alles nichts, ist Geduld ein effektives Mittel, auch wenn es sicher etwas Angenehmeres gibt, als das Miauen der Katze ein paar Tage oder Wochen zu ertragen.

Bei dieser Methode des Abgewöhnens lässt man die Katze miauen und reagiert gar nicht. Kein leises (oder lautes) Fluchen hinter der Tür, kein Reden, kein genervtes seufzen. Man tut so, als ob nichts wäre. Eventuell helfen dabei ein paar Ohrstöpsel.

Das Problem ist, wie eingangs erwähnt, dass Katzen sehr geduldige Tiere sind. In seinen besten Zeiten hat unser Wrex gerne mal zweieinhalb Stunden miaut – das macht natürlich überhaupt keinen Spaß und irgendwann muss man sowieso aufstehen und mit zu wenig Schlaf fängt der Tag auch gleich gar nicht gut an. Aber wenn keine Reaktion erfolgt, merkt das Tier doch irgendwann, dass Miauen einfach nichts bringt. Leider wird es schlimmer, bevor es schließlich besser wird. Hier braucht man Nerven wie Drahtseile – aber es kostet nichts.

Luftstoß

Diese Methode ist leider nicht kostenlos: Es gibt Geräte mit Sensor, die einen Luftstoß absetzen, wenn die Katze zu nah kommt. Das gibt es z. B. bei Amazon unter dem Namen Fernhaltespray oder Ssscat (Partnerlink) – ist aber leider alles andere als günstig.

Die Idee dahinter ist, dass man es vor seine Schlafzimmertür stellt, und sobald die Katze kommt, um zu miauen, löst der eingebaute Bewegungsmelder aus und das Gerät gibt einen Lufstoß ab und zischt. Das erschreckt die Katze so sehr, dass sie die Schlafzimmertür in Zukunft meidet. Und da es nicht der Mensch war, der laut gezischt hat, ist die Katze diesem auch nicht böse, da er ja nichts mit dem Gerät zu tun hat. Er schlief ja bequem im Bett, als das komische Spray gefaucht hat.

Ich habe schon mehrere Empfehlungen für dieses Gerät gehört, aber selbst habe ich damit keine Erfahrungen gemacht. So schlimm war unser Wrex nicht, dass ich den Preis gerechtfertigt fand. Wem bei seinem Tier allerdings die Ideen ausgehen, für den ist es sicher einen Versuch wert. Was tut man nicht alles für (oder gegen) seine Fellnasen.

Foto von Ryan McGuire

Staubsauger

Auch diese Empfehlung habe ich schon mehrmals gelesen: Man stelle seinen Staubsauger vor die Tür, ziehe das Kabel unter der Tür durch und stecke es entweder an eine ein- und ausschaltbare Steckdose oder lasse den Stecker neben der Steckdose liegen. Der Staubsauger ist also angeschaltet, aber nicht angeschlossen.

Nun wartet man, bis der Kater kommt, um zu miauen, und schaltet dann kurz den Staubsauger ein (über die Steckdose oder indem man schnell den Stecker einsteckt). Die Katze erschrickt und genau wie beim “Abwehrspray” oben denkt sie nicht, dass der Mensch etwas damit zu tun hat. Sie denkt sich nur, die Staubsaugergötter müssen verstimmt sein, und macht einen großen Bogen ums Schlafzimmer.

So ist zumindest die Theorie – ob es klappt, zeigt sich dann in der Praxis. Natürlich muss dafür das Staubsaugerkabel unter der Tür hindurchpassen oder man braucht eine Funksteckdose und es geht nicht, wenn man einen praktischen Roomba-Saugroboter hat.

Wenn Katzen an der Tür kratzen

Kurz will ich noch den schlimmeren Fall erwähnen, wenn die Katze an der Tür kratzt. In so einem Fall ist klar, dass man seine Tür schützen möchte. Da kann doppelseitiges Klebeband oder Sticky Paws helfen, denn Katzen mögen nichts Klebriges anfassen. Wir haben unsere Tür damals mit Karton abgeklebt, als wir unsere Katzen bekommen haben – nur für den Fall. Sie waren damals auf ein Zimmer beschränkt, bevor die ganze Wohnung zu ihrem Revier wurde, und wir wollten sicherstellen, dass unsere Tür keinen Schaden nimmt, falls sie doch raus wollen. Sie sind aber brav geblieben und haben weder Tür noch Kartons beschädigt. Das Klebeband ging auch wieder rückstandslos ab.

Ich hoffe, die Ideen helfen euch weiter beim Erziehen eurer Katzen. Wer andere effektive Mittel gefunden hat, seinem Tier das Miauen abzugewöhnen, kann diese gerne in den Kommentaren teilen!


Bitte fleißig weitersagen!
Kategorien: Katze generell

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