Wer sich eine Katze zulegen möchte muss sich überlegen, was ein neuer Katzenhalter denn so alles benötigt. Niemand möchte am Tag der Adoption plötzlich feststellen, dass ihm ein Tragekorb fehlt oder gar ein Katzenklo. Deshalb gibt es hier eine Liste, was neue Katzeneltern berücksichtigen und anschaffen müssen.

Vor dem Kauf bzw. der Adoption

Bevor der neue tierische Mitbewohner einzieht, sollte man folgende Dinge schon im Haus haben:

  • Katzentoilette (1 pro Katze) – Die eigentliche Regelung ist “1 pro Katze + 1”, aber hier kommt es natürlich darauf an, ob man dafür auch Platz in der Wohnung ist.
  • Tragekorb (1 pro Katze) – Wenn zwei Katzenbabys einziehen, kann man diese auch in einem einzigen Katzentragekorb nach Hause bringen – so haben wir es gemacht. Wir hatten erst die die Transportbox Trixie Capri (Partnerlink) in klein, in der Garrus und Wrex nach Hause kamen. Als sie etwas älter und größer waren, haben wir eine zweite Transportbox dazugekauft. Als sie dann groß und schwer wurden – inzwischen wiegen sie ca. 5,5 kg – haben wir auf Anraten der Tierärztin zwei größere Transportboxen gekauft – wieder von Trixie – und die kleinen an unser Tierheim gespendet. Boxen aus hartem Plastik lassen sich gut reinigen und die Kater sind im Gegensatz zu Stoffträgern gut geschützt.
  • Futternapf – Rutschfest, spülmaschinengeeignet und nicht zerbrechlich.
  • Wasserschale
  • Nassfutter/Trockenfutter
  • Dosendeckel – Zum Wiederverschließen geöffneter Nassfutterdosen.
  • Kratzbaum
  • Decken – Für in die Transportbox oder auf den Stuhl, auf dem der Kater gerne schläft, denn Kater haaren alles voll.
  • Fusselbürste
  • Spielzeug – Siehe auch Katzenspielzeug von Katzen getestet.
  • Nagelklipser – Um den Tierchen die Krallen zu schneiden.
  • Katzengras – Das brauchen die Tierchen, um verschluckte Haare wieder auszuwürgen. Kann man fertig kaufen oder selbst anpflanzen.

Außerdem sollte man mit einem kritischen Auge durch seine Wohnung gehen und sich überlegen:

  • Gibt es Pflanzen in der Wohnung, die für Katzen giftig sind? – Listen mit für Katzen giftigen Pflanzen gibt es im Internet viele (z. B. unter einfachtierisch.de). Oder man googelt die Pflanzen individuell.
  • Ist mein Balkon abgesichert? – Katzen können gut klettern und balancieren, aber sie sind auch manchmal tollpatschig. Und auch, wenn sie angeblich immer auf den Füßen landen, wenn eine Katze aus dem 5. Stock vom Balkon fällt, wird ihr auch das nicht mehr viel nützen. Katzennetze sind vielleicht optisch nicht das Ansprechendste, was man sich für seinen Balkon vorstellen kann, aber wer ein dunkles Netz nimmt (kein weißes!) wird erstaunt sein, wie wenig man es von außen sieht – und von innen hat man sich schnell dran gewöhnt. Hier gibt es mein komplettes Tutorial zum Absichern von Balkonen, mit und ohne Bohren.
  • Gibt es sonstige Gefahren? – Wackelige Bücherregale vielleicht, die mit Haken an der Wand befestigt werden sollten, damit sie nicht umfallen. Was Katzen nicht essen sollten, sollte man vorsichtshalber wegsperren (Medikamente, Schokolade, Wollfäden). Wer seine Fenster gerne gekippt lässt, sollte sich Kippschutzgitter (Partnerlink) kaufen, damit die Katzen nicht hinausspringen oder sich beim Versuch, hinauszuspringen, ihre Organe quetschen.
Katze auf abgesichertem Balkon
Ein abgesicherter Balkon bewahrt Katzen vor tödlichen Stürzen.

Nach dem Kauf bzw. der Adoption

  • Impfungen – Impfungen sind auch für Wohnungskatzen wichtig. Zumal Katzenpensionen auch auf Impfungen bestehen, damit man seine Katze dort versorgen lassen kann.
  • Kastration bzw. Sterilisation – Um der Überbevölkerung und dem daraus resultierenden Katzenelend vorzubeugen. Wird empfohlen, wenn die Katzen ca. 6 Monate alt sind – aber da berät der Tierarzt.
  • Wandregal – Muss man nicht gleich beim Einzug haben, aber Katzen sind gerne hoch oben und durch ein Wandregal oder ein Bettchen (z. B. so was, ein “Wandliegebett” (Partnerlink)) kann man ungenutzte Wandflächen schnell in eine Katzenkletterwand verwandeln.
  • Liegeplätze – Körbe, Kratzbäume, Wandregale oder einfach ein alter Karton mit einem Kissen darin.
  • mehr Spielzeug – Das alte Spielzeug wird irgendwann langweilig. Gut ist es, wenn man Spielzeug zum Wechseln hat.
  • Versorgung im Notfall – Man mag nicht darüber nachdenken, aber falls plötzlich etwas Schlimmes passiert (wie ein Autounfall), sollte man sicherstellen, dass die Haustiere versorgt sind. Bei save-my-pet.ch gibt es Karten fürs Kreditkartenfach im Geldbeutel, auf denen man eine Kontaktperson für den Notfall notieren kann. Dazu gibt es Aufkleber für die Haustür für den Brandfall, damit die Feuerwehr weiß, dass ein Haustier da ist, das eventuell gerettet werden muss. Wer dafür kein Geld ausgeben will, kann sich auch einfach selbst eine Notiz ins Portemonnaie legen.

Generelle Überlegungen

Wer eine Checkliste für Katzenzubehör sucht, hat sich vermutlich schon überlegt, dass er eine Katze will. Ich möchte trotzdem noch mal darauf hinweisen, wie wichtig dieser Punkt ist. Ich hatte vor Garrus und Wrex noch nie Katzen und ich gestehe ganz offen: Sie machen mehr Arbeit als erwartet! Siehe dazu auch den Artikel Katze zulegen – ja oder nein?.

Passt eine Katze in mein Leben?

Katzen sind Lebewesen mit Gefühlen und Launen, weshalb man sie auch nicht wie Einrichtungsgegenstände behandeln darf. (Dazu gibt es auch ein Tierschutzgesetz.) Die Aktion Tier würde gerne durchsetzen, dass Katzen am Tag mindestens 4 Stunden Zugang zu Sozialkontakt mit ihrer Bezugsperson haben müssen (also die Katze muss vier Stunden am Tag die Möglichkeit haben, Zeit mit ihrem Menschen zu verbringen). An anderer Stelle hatte ich 6 Stunden gelesen. Wie lange genau die Mindestdauer ist, ist dabei natürlich nicht so wichtig wie die Tatsache, dass Katzenhalter bzw. solche, die es werden wollen, 4-6 Stunden täglich für ihre Kater da sein können müssen. Wer das nicht regelmäßig leisten kann, sollte sich nach einem pflegeleichteren Haustier umsehen.

Passt eine Katze in meine Wohnung

Ihr seid hier bei Wohnungskater.de, weshalb es natürlich zu allererst um Stubentiger geht und nicht um Freigänger. Katzen müssen einen Rückzugsort haben, an dem sie allein sein können, wenn sie das gerade wollen. Die Katze soll selbst entscheiden können, ob sie zum Halter kommt oder etwas Ruhe braucht. Außerdem sollte jede Katze eine Katzentoilette haben. Normalerweise ist von “eine Katzentoilette pro Katze und eine zusätzliche” die Rede – minimum ist aber eine pro Katze. Ist in der Wohnung Platz dafür?

Wie viele Quadratmeter pro Katze?

Dazu gibt es viele Meinungen. Der Tierschutzbund schreibt dazu in seiner Broschüre Die Haltung von Katzen (PDF) “eine Zweizimmerwohnung für eine reine Wohnungshaltung mit maximal zwei Tieren die untere Grenze”. Die Tierschutz-Katzenverordnung, die aktion tier – menschen für tiere e.V. vorschlägt, möchte das Folgende durchsetzen: Für 1-2 Katzen mindestens 15 m² frei verfügbare Bodenfläche, für jede weitere Katze zusätzlich 2m² und eine Raumhöhe von mind. 2 Metern. Im Merkblatt des schweizer Tierschutzes (PDF) steht: mindestens 7 m² für bis zu 4 Katzen, für jede zusätzliche Katze 1,7 m² – hier steht aber weiter, dass die Haltung von Katzen nach diesen Mindestvorschriften nicht tiergerecht sei. Für Wohnngskatzen geben sie weiter an: “Die Faustregel heisst, pro Katze mindestens ein stets zugängliches Zimmer, also in einer Dreizimmerwohnung maximal 3 Katzen.” Dieser Faustregel schließe ich mich einfach mal an!

Kann ich mich 10-20 Jahre an die Katze binden?

Katzen werden bis zu 20 Jahre alt. Wer sich 2019 eine Katze in die Wohnung holt, hat sie wahrscheinlich 2029 und möglicherweise sogar 2039 noch. Das ist eine große Verantwortung und man sollte sich vorher fragen, ob man diese wirklich auf sich nehmen möchte.


Auch interessant: Die beste Transportbox für Katzen


Wer passt im Urlaub auf meine Katze auf?

Wer nicht weiß, was er im Urlaub mit einer Katze machen kann, sollte sich auch überlegen, wie wichtig ihm der jährliche Urlaub ist und ob er auch darauf verzichten kann. Es gibt natürlich Katzenpensionen, die für 8-10 EUR am Tag auf Katzen aufpassen. Und es gibt Privatpersonen, die für etwas Geld eine Katze im Urlaub zu sich nehmen. Abgesehen davon gibt es natürlich auch Freunde und Bekannte und Katzenfans, die sich gerne mal für zwei Wochen um eine Katze kümmern und lediglich ein Souvenir vom Urlaubsort als Gegenleistung möchten. Das ist alles machbar – nur sollte man sich vorher darüber im Klaren sein, dass jeder Urlaub für Katzenbesitzer gleich etwas komplizierter wird.

Zwei Katzen auf Sofa
Zwei Katzen sind besser als eine.

Habe ich für zwei Katzen Platz?

Wer sich eine Katze anschaffen möchte, sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass Katzen entgegen aller anderslautenden Gerüchte keine Einzelgänger sind. Katzen mögen Gesellschaft, und wer eine Wohnungskatze hat, sollte sie auf jeden Fall nicht allein halten. (Ausnahmen sind Katzen, die durch die falsche Haltung und fehlende Sozialisierung schon Verhaltensstörungen haben und keine anderen Katzen tolerieren.) Die einschlägige Literatur empfiehlt also einen Haushalt mit mindestens zwei Katzen. Am besten man adoptiert Katzen, die schon vom Tierheim als Paar angeboten werden, oder man holt sich bei Katzenbabys ein Geschwisterpaar ins Haus. Wie Pam Jonson-Benett in ihrem ausgezeichneten (englischen) Buch Think Like A Cat anmerkt, hat dies auch den Vorteil, dass man sich eventuell später, wenn man der Katze doch noch etwas Gutes tun und ihr einen Spielkameraden zur Seite stellen möchte, den eventuell stressvollen und langwierigen Prozess des aneinander Heranführens erspart.


Bitte fleißig weitersagen!
Kategorien: Katze generell

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