Wer ĂŒberlegt, sich eine Katze anzuschaffen (siehe auch: Katze zulegen – ja oder nein?), sollte sich vorher gut ĂŒber die Kosten einer solchen informieren. Es gibt sicher teurere Hobbys als eine Katze, aber wenn man die Anschaffungskosten fĂŒr das Zubehör und die laufenden Kosten fĂŒr Futter, Streu, Tierarzt und eventuell Tierpension miteinbezieht, kommt ein nicht unbeachtlicher Betrag zusammen. Ich habe zwei verschmuste Wohnungskater und kann deshalb vor allem die Frage beantworten: Was kosten zwei Katzen pro Monat?

FĂŒr zwei Katzen in Wohnungshaltung muss man pro Monat mit etwa 100 – 150 Euro rechnen, je nach QualitĂ€t des verfĂŒtterten Futters und Alter und Gesundheitszustand der Katze.

Sehen wir uns die Zahlen aber etwas genauer an.

Die Anschaffungskosten

Zu den Anschaffungskosten zĂ€hle ich einerseits die Katze selbst, fĂŒr die das Tierheim oder der Tierschutzverein eine SchutzgebĂŒhr von ca. 80 – 200 EUR verlangt. ZĂŒchter verlangen je nach Rasse mehr oder gar deutlich mehr – hier sind auch Preise von bis zu 1.200 EUR denkbar. Wer eine Katze von einem Arbeitskollegen bekommt, der plötzlich ein paar Katzenbabys abzugeben hat, muss dagegen eventuell gar nichts bezahlen – allerdings sind die Katzen dann wahrscheinlich noch nicht entwurmt, gechipt und geimpft,  wofĂŒr man pro Kater zusammen auch gut 100 EUR ausgeben muss.

Zu den Tierchen selbst kommt nun noch jede Menge Katzenzubehör (siehe auch meine Seite Artikel fĂŒr die Katz). Insbesondere wĂ€ren das: ein Katzenklo pro Katze (ca. 20 EUR), eine Transportbox (ca. 25 EUR), ein Kratzbaum (hier ist der Preis quasi nach oben offen – fĂŒr 80 EUR findet man sicher einen akzeptablen Kratzbaum, evtl. auch einen sehr großen ĂŒber eBay Kleinanzeigen) , einen Futter- und Trinknapf (zusammen ca. 15 EUR), etwas Spielzeug (Spielangel, MĂ€use, Baldriankissen – ca. 15 EUR) und eine BĂŒrste (10 EUR).

Das Futter

Garrus und Wrex sind stĂ€mmige Kater und wiegen etwa 5,5 kg. Derzeit fĂŒttern wir ihnen 270 g Nassfutter pro Tag (pro Kater). Im Monat sind das also 8,1 kg Futter pro Kater. Dazu gibt es am Tag noch eine Handvoll Trockenfutter als Leckerli. Beim Futter kommt es nun sehr darauf an, wie viel man fĂŒr seine Katze ausgeben möchte. Es gibt Billigfutter, Mittelklassefutter und Luxusfutter. Ich sage das jetzt ganz wertfrei und meine damit nur den Preis – ob Animonda besser ist als Whiskas oder Grau besser als Animonda sei nun mal dahingestellt. (Als weiterfĂŒhrende LektĂŒre möchte ich den Artikel auf katzen-fieber.de zum Katzenfuttertest 2017 der Stiftung Warentest empfehlen.) Nun also zu den Kosten:

  • Whiskas: ca. 0,80 EUR pro 400 g.
  • Animonda: ca. 1,20 EUR pro 400 g.
  • Grau: ca. 2,10 EUR pro 400g.

Bei knapp 21 Dosen pro Monat zahlt man fĂŒr das Futter eines Stubentigers also:

  • Whiskas: 16,80 EUR
  • Animonda: 25,20 EUR
  • Grau: 44,10 EUR

Im Mittel, wenn man also alle drei Sorten kauft und mischt, zahlt man 28,70 EUR. Das ist generell eine gute Idee, denn wenn sich Katzen zu sehr an eine Futtersorte gewöhnen, mögen sie am Ende eventuell nur noch diese Marke. Wird die dann nicht mehr hergestellt, hat man ein Problem. Außerdem ist eine abwechslungsreiche ErnĂ€hrung sowieso gut. Ich nehme als Mittelwert also 28 EUR an und gehe davon aus, dass auch etwas Trockenfutter und Leckerli und gelegentlich ein Katzengras dabei sind. Zu beachten ist auch, dass es sicher Riesenkater gibt, die mehr fressen, oder kleine dĂŒnne Kater, die weniger fressen. Es gibt auch Katzen, die bekommen nur Trockenfutter, das man in großen SĂ€cken kaufen kann und mit dem man dann vielleicht schon mit 15 EUR pro Monat davonkommt. Manche Katzen haben auch gesundheitliche Probleme und benötigen dafĂŒr Spezialfutter, das wiederum mehr kostet. Ich gebe meinen Katzen Nassfutter, da das gemeinhin empfohlen wird – Trockenfutter bekommen sie gelegentlich als Leckerli.


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Katzenstreu

Bei Wohnungskatzen ist man stĂ€ndig am Schaufeln und Saubermachen, das ist sicher ein Nachteil gegenĂŒber FreigĂ€ngern, die ihre HĂ€ufchen einfach bei den Nachbarn im Blumenbeet hinterlassen. (Ein Nachteil fĂŒr den Katzenhalter, ein Vorteil fĂŒr den Nachbarn!) Die Kosten fĂŒr Katzenstreu sind jedoch schwer pauschal zu nennen, da es dabei auch sehr darauf ankommt, wie viele Katzenklos man besitzt, wie oft man diese komplett reinigt und welche Katzenstreu man kauft. Leider kann man nicht einfach die gĂŒnstigste Marke nehmen, denn es kommt auch etwas darauf an, was die Katzen mögen. Es gibt auch Katzenstreumarken, die werben damit, dass man die Klumpen in der normalen Toilette herunterspĂŒlen kann – einerseits ein großer Vorteil, da so der KatzenmĂŒlleimer wegfĂ€llt, andererseits gibt es örtliche Entsorgungsvorschriften, die das trotzdem verbieten können. Rechnen wir ganz grob mit 20 EUR pro Monat fĂŒr Katzenstreu bei zwei Katzen – damit sind wir auf der sicheren Seite und man kann noch die MĂŒllbeutel fĂŒr Entsorgung außerhalb der Toilette – also im RestmĂŒll – mit einberechnen. (Katzenstreu gehört ĂŒbrigens nicht in den BiomĂŒll!)

Tierarzt

Tierarztkosten sind einigermaßen unberechenbar – man weiß ja vorher nicht, was die Katze anstellt oder was sie fĂŒr Krankheiten bekommt. FĂŒr die Impfung einmal im Jahr zahle ich 100 EUR fĂŒr beide Kater zusammen – nach Adam Riese also 50 EUR pro Kater. Sagen wir, der Kater kriegt einen schlimmen Husten oder hat sonst ein Leiden, wegen dem man zum Tierarzt muss, und das kostet auch 50 EUR, dann zahlt man 100 EUR pro Jahr fĂŒr den Tierarzt, also umgerechnet 8,30 EUR im Monat. Steht mal eine OP an, kann es sicher teurer werden, aber in manchem Jahr ist dafĂŒr außer der Impfung nichts zu tun. Man kann sich auch ab 15 EUR im Monat mit einer Katzenversicherung absichern. Ich habe keine Katzenversicherung, aber ich lebe zum GlĂŒck auch nicht am Existenzminimum. Wer Probleme hĂ€tte, spontan 200 EUR fĂŒr einen Tierarztbesuch aufzubringen, wenn sich die Katze verletzt oder krank wird, der sollte sich ĂŒberlegen, sich ĂŒber eine Versicherung abzusichern.

Tierpension

Auch dieser Posten lĂ€sst sich schwer einschĂ€tzen. Der eine nutzt eine Tierpension, der andere einen Nachbarn, noch ein anderer hat einen praktischen Mitbewohner, der die Katze bei Abwesenheit pflegt und ein vierter fĂ€hrt vielleicht einfach niemals weg. FĂŒr unsere Berechnung gehen wir von einem 14-tĂ€gigen Urlaub in der Tierpension aus und von einem Preis von 9,50 EUR pro Tag. Damit wĂ€ren wir bei 133 EUR fĂŒr den Sommerurlaub.

UnberĂŒcksichtigtes

Folgendes lassen wir bei unserer Berechnung unberĂŒcksichtigt:

  • Dinge, die man neu Kaufen muss, weil die Katze sie kaputt gemacht hat
  • WischtĂŒcher und Reinigungsmittel fĂŒr bzw. gegen Katzendreck
  • ZusĂ€tzliche Staubsaugerbeutel fĂŒr die ewigen Katzenhaare
  • Wertverlust der Wohnung, weil die Katze die Wand zerkratzt oder auf den Boden pinkelt
  • Heftpflaster fĂŒr Katzenkratzer
  • Benzin fĂŒr die Fahrt zum Tierarzt oder zur Katzenpension
  • Fusselrollen

Zusammenfassung

Fassen wir die Kosten also zusammen:

Monatliche Kosten einer Katze

Anschaffungskosten fĂŒr eine Katze

  • 150 EUR SchutzgebĂŒhr
  • 165 EUR Klo, Napf, Spielzeug, BĂŒrste, Kratzbaum

Eine Katze kostet in der Anschaffung also ca. 315 EUR.

Laufende Kosten fĂŒr eine Katze pro Monat

  • 28 EUR Futter
  • 10 EUR Katzenstreu
  •  8 EUR Tierarzt
  • 11 EUR Katzenpension (=133 EUR/12)

Eine Katze kostet also im Monat grob 57 EUR. Das entspricht 684 EUR im Jahr. In 15 Jahren hat man so 10.260 EUR fĂŒr sein Tier ausgegeben.

Die Kosten einer Katze pro Jahr - Infografik
Infografik: Die Kosten einer Katze pro Jahr.

Anschaffungskosten fĂŒr zwei Katzen

  • 300 EUR SchutzgebĂŒhr
  • 240 EUR Klo x2, NĂ€pfe x2, Spielzeug x2, BĂŒrste, Kratzbaum

Zwei Katzen kosten also ca. 540 EUR in der Anschaffung.

Laufende Kosten fĂŒr zwei Katzen pro Monat

  • 56 EUR Futter
  • 10 EUR Katzenstreu
  • 16 EUR Tierarzt
  • 22 EUR Katzenpension

Zwei Katzen kosten im Monat also grob 104 EUR, hochgerechnet also 1.248 EUR pro Jahr. In 15 Jahren ist man so 18.720 EUR los.

Ich hoffe, damit dem einen oder anderen einen besseren Einblick in die Kosten gegeben zu haben, die ein bis zwei Katzen pro Monat verursachen.

Infografik: Die Kosten von zwei Katzen pro Jahr
Infografik: Die Kosten von zwei Katzen pro Jahr.

GĂŒnstigere Alternativen

Wer keine 18.000 EUR ĂŒbrig hat, um sich zwei Katzen in die Wohnung zu holen, trotzdem aber nicht auf kuschelige Fellnasen verzichten möchte, könnte sich seinen Freunden als Katzensitter anbieten. Auch ich habe auf Katzen aufgepasst, bevor ich meine eigenen bekommen habe – das ist auch eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob man sich eine Katze als Haustier zulegen möchte.


Verwandter Artikel: Katze kaufen oder adoptieren – Pro und Kontra


Als Katzenhalter freue ich mich, wenn sich jemand findet, der fĂŒr einen lĂ€ngeren Urlaub auf meine Tierchen aufpasst, denn fĂŒr die Kater ist es sicher schöner, wenn jemand die Abende und Wochenenden mit ihnen verbringt als wenn sie nur ihr Futter hingestellt bekommen. Ich habe gelesen, dass der Tierschutzbund als Mindestanforderung an die Haltung von Katzen angibt, diese sollen 6 Stunden am Tag die Möglichkeit haben, Zeit mit ihrem Menschen zu verbringen – und das ist bei privaten Katzensittern eher der Fall als bei Nachbarn, die nur zum FĂŒttern und schmusen vorbeikommen.

Wer eine Katze bei sich aufnimmt, wĂ€hrend der Katzenhalter in den Urlaub fĂ€hrt, bekommt das nötige Katzenzubehör sowie das Futter fĂŒr die Zeit gestellt. Auch mit Tierarztkosten muss man sich so nicht herumĂ€rgern – und wenn die Katze doch krank wird, sollte der Katzenhalter natĂŒrlich auch dafĂŒr aufkommen. So hat man alle Freuden einer Katze, ohne Geld ausgeben zu mĂŒssen, und tut dem Bekannten damit noch einen Gefallen. Und wenn die Katze doch mal Ärger macht, gibt man sie 14 Tage spĂ€ter wieder ab und gut ist’s.

Bitte fleißig weitersagen!

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