Wer sich für den Kauf einer Katze entscheidet, dem stellt sich zwangsmäßig die Frage, ob diese als Freigänger oder Wohnungskatze leben soll. Besonders in Städten, wo der eigene Garten fehlt, die Kapazitäten fehlen und ein Leben als Freigänger für Katzen gefährlich ist, entscheiden sich zahlreiche Katzenliebhaber für die Wohnungshaltung.

Ich habe einige Tipps & Ratschläge für euch zusammengestellt, mit denen ihr die Haltung einer Wohnungskatze optimal gestalten könnt:

1. Katzengerechten Lebensraum gestalten

Ein wichtiger Ratschlag lautet, den Lebensraum des Haustieres artgerecht zu gestalten. Ein katzengerechter Lebensraum ist ein großer Faktor, der sich auf das Wohlbefinden der Katze auswirkt. Dafür muss nicht die gesamte Wohnung umgekrempelt werden – es genügt bereits, die verfügbaren Ressourcen in der Wohnung auszunutzen.

In der Regel wird die Wohnung in vier verschiedene Lebensbereiche gegliedert:

1.      Fressplatz
2.      Ruhezone
3.      Spielzone
4.      Katzentoilette

Beachtet dabei, dass besonders die Katzentoilette sowie der Fressplatz nicht in unmittelbarer Nähe zueinander stehen und sich in Bereichen befinden, die jederzeit zugänglich sind. Auch sollte es ausreichend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten für die Katze in unterschiedlichen Bereichen und Höhen geben. Dafür muss die Wohnung nicht groß umstrukturiert werden, da hierfür Sofas, Betten, Regale, Körbe, freie Regalfächer und Kartons ausreichen. So lässt sich bereits die Raumqualität der Katze erhöhen, die sich auf die Gesundheit und Stresslevel des Tieres im Alltag auswirkt.

Auch ein Kratzbaum ist für Katzen ein absolutes Muss – er hilft nicht nur, die Krallen der Katze gesund zu halten, sondern stärkt die Schulter- und Rückenmuskulatur der Katze und unterstützt sie dabei, die Muskeln ausreichend zu dehnen.

2. Gesellschaft

Es besteht der Mythos, dass Katzen Einzelgänger sind. Das stimmt so aber nicht – Katzen sind lediglich Einzeljäger. Im Laufe der Zeit und Entwicklung haben sich Katzen nämlich uns Menschen angepasst und sind zu deutlich geselligeren Tieren geworden, als sie es waren. Katzen lieben es nämlich, sich miteinander zu beschäftigen – heißt: mit Artgenossen zu spielen, sich gegenseitig zu putzen und die Nähe zum Freund zu suchen. Der Kontakt zu anderen Vierbeinern ist ein Grundbedürfnis vieler Katzen. Daher ist in den meisten Fällen die Anschaffung einer Zweitkatze eine sinnvolle Idee, um Langeweile der ohnehin aktiven Katzen zu vermeiden, besonders wenn der Besitzer tagsüber unterwegs oder bei der Arbeit ist. Langeweile bzw. Einsamkeit kann dazu führen, dass deine Katze krank wird oder sogar Verhaltensstörungen entwickelt.

Über den Kauf einer Zweitkatze kann natürlich nicht das Haustier entscheiden – die Entscheidung triffst du als Besitzer und sie hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Wohnraum, den finanziellen Ressourcen und so weiter. Es ist durchaus möglich, Katzen und Hunde gemeinsam zu halten, da sie (allerdings nicht zwingend) prächtig miteinander auskommen können.

3. Übergewicht vermeiden

Etwa jede zweite Katze in Deutschland ist übergewichtig. Dass sich Übergewicht negativ auf die Gesundheit auswirkt, ist nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Katzen der Fall. Hierbei handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigt, sondern auch die Lebenserwartung verkürzt. Wohnungskatzen bekommen weniger Bewegung als Freigänger, die ihr Jagdverhalten ausleben können. Vermeidet Übergewicht, indem ihr mit eurer Katze spielt und ihr ausreichend Möglichkeiten bietet, in der Wohnung zu klettern und sich auszutoben. Ein Kratzbaum und das richtige Katzenspielzeug helfen dabei, die Katze fit zu halten. Ein weiterer wichtiger Faktor, der Auswirkung auf das Gewicht der Katze hat, ist der Speiseplan, der uns zum nächsten Punkt in diesem Beitrag führt.

4. Ernährung

Zu einer artgerechten Haltung gehört auch eine artgerechte Ernährung, was bedeutet, dass Katzenhalter auf jeden Fall auf eine ausgewogene Ernährung achten sollten. Generell passt Nassfutter besser zur Biologie der Katze und hilft den meist trinkfaulen Tieren dabei, gut hydriert zu sein.

Anders als bei Menschen wäre eine vegetarische Ernährung bei Katzen verheerend, da sich die Katze im Laufe der Evolution auf fleischliche Kost spezialisiert hat – also: viel Eiweiß und Aminosäuren.

Um Übergewicht zu vermeiden, solltet ihr zudem auf die Dosierung achten. Katzen haben kein Sättigungsgefühl und essen gerne weiter, wenn der eigentliche Bedarf gedeckt ist. Achtet zudem darauf, dass eure Katze ausreichend trinkt. Obwohl die Katze einen Teil des Wassers durch das Nassfutter aufnimmt, das aus 80 % Wasser besteht, solltet ihr immer darauf achten, dass ausreichend Wasser in der Schale ist.

Folgende Nahrung sollte ganz hinten im Schrank verschwinden, da sie giftig für Katzen ist:

  • Avocados
  • Schokolade
  • Kaffee
  • Trauben
  • Steinobst
  • Rosinen
  • Rohe Kartoffeln

Die Ernährung führt uns zu einem weiteren gesundheitlichen Aspekt, den Katzenbesitzer in Kauf nehmen sollten, nämlich Impfungen und Entwurmungen.

5. Katze impfen und entwurmen

Katzenimpfung

Normalerweise haben Wohnungskatzen keinen Kontakt zu anderen Tieren, was dazu führt, dass sie sich nicht gerade häufig mit Katzenkrankheiten anstecken – es sei denn, es leben noch andere Katzen im Haushalt. Es besteht häufig die Annahme, dass eine Wohnungskatze gar nicht geimpft werden muss. Dies ist eine Entscheidung, die jeder Katzenbesitzer selbst trifft, da es in Deutschland keine Impfpflicht für Katzen gibt. Es gibt aber auch Krankheiten, wie zum Beispiel den Katzenschnupfen und die Katzenseuche, die ohne direkten Kontakt mit Artgenossen auftreten können. Experten empfehlen, bei der Wohnungskatze nicht alle Impfungen durchführen zu lassen, da diese insbesondere für immunschwache Katzen ein Risiko darstellen. Eine Grundimmunisierung im Kätzchenalter reicht für Wohnungskatzen völlig aus. Wer seine Tiere gelegentlich in eine Tierpension geben möchte, muss meist vorweisen, dass die letzte Impfung weniger als ein Jahr her ist.

Entwurmung

Früher galt die Faustregel, dass eine ausgewachsene Katze einmal im Quartal entwurmt werden sollte. Der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) hat dies revidiert und heute orientiert man sich eher an der individuellen Situation, da die Behandlung von Wohnungskatzen sich von der der Freigänger unterscheidet. Sollten noch Freigängerkatzen im Haushalt leben, so ist es empfehlenswert, eine Entwurmung pro Quartal durchzuführen. Falls die Wohnungskatze weder mit Freigängern noch mit anderen Tieren in Kontakt kommt, ist dies nicht nötig.

Die medizinische Versorgung der Katze ist natürlich auch mit finanzieller Belastung verbunden. Unter Umständen lohnt es sich für dich, eine Katzenkrankenversicherung abzuschließen. Online-Vergleichsportale wie Financer bieten die Möglichkeit, die Angebote verschiedener Versicherer mit wenigen Klicks zu vergleichen.

Auch eine Sterilisierung, beziehungsweise Kastration, solltest du in Erwägung ziehen, da diese viele Vorteile mit sich bringt. Außer, dass die Katzen nicht mehr rollig werden, nimmt die Kampfbereitschaft ab, das Markieren hat ein Ende und zudem steigt die Lebenserwartung der Katze, beziehungsweise des Katers.

Fazit

Es gibt zahlreiche Dinge, auf die Katzenbesitzer im Rahmen der Anschaffung einer Wohnungskatze achten sollten, um dem Tier ein gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen. Die gute Nachricht lautet für alle, dass hierfür keine grundlegenden Änderungen vorgenommen werden müssen und beinahe jede Wohnung Ressourcen bietet, um den Wohnraum katzengerecht zu gestalten. Besonders in puncto Gesundheit ist es wichtig, dass ihr die richtigen Entscheidungen trefft, um eurer Katze neben einem liebevollen und artgerechten Ort auch ein gesundes und langes Leben zu ermöglichen.


Dies war ein Gastbeitrag, den Sven von Financer.com netterweise für Wohnungskater.de verfasst hat.


Bitte fleißig weitersagen!
Kategorien: Katze generell

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