Nachdem Garrus und Wrex heute 4 Jahre alt geworden sind, habe ich mich gefragt, wie man eigentlich das Alter von Katzen in Menschenjahre umrechnet und wie alt Katzen normalerweise ungefähr werden. Also habe ich mich schlau gemacht und möchte euch heute alles zum Thema Katzen und deren Alter präsentieren.

Wie alt werden Katzen im Durchschnitt?

Katzen werden etwa 14 Jahre alt, viele werden 15 oder 16 Jahre alt. Auch Katzen, die bis zu 19 Jahre alt werden, sind keine Seltenheit – danach sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit stark und nur sehr wenige Katzen werden bis zu 25 Jahre alt. Die älteste Katze der Welt wurde laut Guinessbuch der Rekorde 38 Jahre alt.

Um der Frage nachzugehen, wie alt Katzen werden, habe ich zuerst die Wikipedia konsultiert. Die hatte zwar eine Antwort (15 – 20 Jahre), aber die Quellen waren irgendwelche dahergelaufene Blogs (fast wie meiner!), die ihre Quellen nicht nannten. Ich wollte aber eine wissenschaftlich fundierte Aussage haben, also habe ich gesucht – und ich wurde fündig! In einer Studie mit dem schönen Titel Longevity and mortality of cats attending primary-care veterinary practices in England (.pdf) haben sich Wissenschaftler vom Royal Veterinary College in England und von der University of Sydney in Australien eingehend mit der Lebensdauer von Katzen auseinandergesetzt.

Aus knapp über 118.000 Katzen in einer veterinärmedizinischen Datenbank wurden knapp über 4000 Katzen, deren Tod verzeichnet war, zufällig ausgewählt und diese Daten hat man dann analysiert. Der Median des erreichten Lebensalters der Katzen war 14 Jahre. Dabei gab es Spitzen bei der Sterberate im ersten sowie im 16. Lebensjahr.

Median vs. Durchschnitt

Hier will ich noch mal kurz einhaken. Was heißt das denn genau, wenn ich sage, der Median war 14 Jahre? Ich hatte hier überall Durchschnitt stehen, bis mir aufgefallen ist, dass im Englischen immer von “median longevity” die Rede war.

Der Median ist der Wert, der in der Mitte aller verfügbaren Werte liegt, also genauso viele Werte über wie unter sich hat. Der Durchschnitt ist dagegen der Wert, der sich aus dem Addieren der Werte und dem anschließenden Teilen durch die Anzahl der Werte ergibt.

Nehmen wir also an, ich habe eine Liste von Katzen, die im folgenden Alter gestorben sind: 1, 1, 4, 6, 10, 11, 11, 12, 14, 14, 23. Beim Median liste ich die verschiedenen Altersstufen auf und nehme den Wert in der Mitte (oder bei gerader Anzahl der Katzen, den Durchschnitt der zwei mittleren Werte). So komme ich hier auf:

1
1
4
6
10
11 (Median)
11
12
14
14
23


Der Durchschnitt ergibt sich dagegen durch das Addieren der Werte (1 + 1 + 4 + 6 + 10 + 11 + 11 + 12 + 14 + 14 + 23 = 107) und anschließende Division durch die Anzahl der Werte (107 : 11 = 9,73)

Man hätte in diesem Fall also einen Median von 11 Jahren und einen Durchschnitt von 9,73 Jahren. Der Vorteil des Medians ist, dass Extreme nicht so ins Gewicht fallen. Wie wir in der Abbildung oben gesehen haben, erreichen sehr viele Katzen das 16. und 17. Lebensjahr. Wenn wir jetzt eine ungewöhnliche Katze haben, die 38 wird, läge der Median immer noch bei 11 Jahren, der Durchschnitt würde aber auf 12,1 Jahre ansteigen.

Rasse und Kastration

Birmakatze (Bild von grapheum.de, Blue-Point, CC BY-SA 3.0)

Zurück zur wissenschaftlichen Studie: Rassekatzen lebten im Median nur 12,5 Jahre, Mischlingskatzen 14 Jahre, und Kater lebten mit 13 Jahren zwei Jahre kürzer als Weibchen, die es im Median auf 15 Jahre schafften. Auch ob eine Katze kastriert bzw. sterilisiert war hatte eine Auswirkung: Kastrierte bzw. sterilisierte Katzen lebten im Median 15 Jahre, unkastrierte oder unsterilisierte nur 11 Jahre. Die Wissenschaftler der Studie merken dabei an, dass Katzen, die sehr jung sterben (z. B. an einem Autounfall), in der Regel noch nicht kastriert sind – und in der Statistik starben sehr viele junge Katzen an Autounfällen. Was die Katzenrassen angeht: Birma-Katzen lebten mit 16,1 Jahren am längsten von allen Katzenrassen und Bengal-Katzen mit 7,3 Jahren am kürzesten.

Autounfälle, Wohnungskatzen und Krankheiten

Von den gut 3300 Katzen, bei denen eine Todesursache bekannt (also in den Akten aufgezeichnet) war, sind 12,2% an Verletzungen gestorben – davon waren wiederum 60 %  durch Autounfälle. Ein kleines bisschen weniger, nämlich 12,1 % der Katzen, starben an Nierenkrankheiten.

Wenn man sich das Todesalter genauer ansieht, ist festzustellen, dass fast die Hälfte der Katzen bis 5 Jahre an Verletzungen starben und nur 5,8 % der Katzen, die älter als 5 Jahre waren. Bei den Katzen über 5 Jahren war stattdessen Nierenversagen mit 13,6 Prozent der größte Killer. Vielleicht kann man daraus schließen, dass Katzen, die bis zum 5. Lebensjahr den Straßenverkehr überleben, relativ gut damit umgehen können. Für Wohnungskatzen bedeutet es natürlich, dass dadurch, dass man sie nicht nach draußen lässt, eine große Gefahr für einen frühen Tod schon mal automatisch wegfällt.

Gehen wir kurz zurück zu den Katzen über 5 Jahren: Bei 11,2 % war die Krankheit offenbar nicht näher angegeben und bei 10,8 % war es Neoplasie, was offenbar ein Tumor ist.

Bei Kätzchen unter 5 Jahren waren neben Verletzungen die häufigsten Todesursachen Viren und Atemwegserkrankungen.

Katze schaut besorgt
Wrex ist kein großer Fan von Autos.

Gewicht und Versicherung

Weitere Faktoren, die sich auf die Lebenserwartung von Katzen auswirken: Schwere Katzen hatte eine kürzere Lebenserwartung als leichte Katzen und versicherte Katzen hatten eine kürzere Lebenserwartung als unversicherte. Bei der Versicherung mutmaßen die Wissenschaftler, dass es daran liegen könnte, dass Leute ihre Katzenversicherung mit zunehmendem Alter der Katze aufgeben, weil sie dann teurer wird. Ich weiß nicht, ob das auch in Deutschland so ist, denn ich habe keine Katzenversicherung – die Verbraucherzentrale rät von solchen Versicherungen übrigens ab. (Wobei man dann natürlich das Geld, das man nicht an eine Versicherung zahlt, selbst zurücklegen muss, wenn man sonst im Falle eines Krankheitsfalles nicht zahlungsfähig wäre.)

Wie alt wurde die älteste Katze?

Während in dieser Studie die ältesten Katzen stolze 25 Jahre lang ihr Katzenleben gelebt haben, wurde die älteste Katze überhaupt laut Wikipedia und Guinessbuch der Rekorde 38 Jahre alt. Sie hieß Creme Puff und lebte in Austin im amerikanischen Bundesstaat Texas. Ob man glauben soll, dass sie mit Speck, Eiern, Brokkoli, Spargel und Kaffee mit Sahne gefüttert worden ist, sei jetzt mal dahingestellt. Generell ist zu so einer Diät für Katzen abzuraten.

Wie rechnet man Katzenjahre in Menschenjahre um?

Die ersten 6 Monate entsprechen 10 Menschenjahren. Eine 2-jährige Katze entspricht etwa einem 24-jährigen Menschen. Ab 2 Katzenjahren fügt man für jedes zusätzliche Jahr 4 Menschenjahre hinzu, d. h. eine 3-jährige Katze ist 28, eine 4-jährige Katze 32 usw.

Wie alt eine Katze in Menschenjahren ist, also in welches Menschenalter man ein bestimmtes Katzenalter umrechnen kann, ist natürlich keine exakte Wissenschaft und man findet dazu widersprüchliche Angaben. Es gibt auch Tabellen, die nach Wohnungskatze und Freigänger unterscheiden, was ich etwas unsinnig finde. Schließlich ist eine Katze ja nicht dadurch älter, dass sie durch die Gefahr durch Autos eine geringere Lebenserwartung hat. Die obige Art der Berechnung habe ich jedenfalls an vielen Stellen gefunden und sie erscheint mir einigermaßen nachvollziehbar, weshalb ich sie an dieser Stelle reproduzieren möchte. Hier gibt es das Ganze noch mal überschaubar als Liste:

0 – 1 Monat 0 – 1 Jahr
2 – 3 Monate 2 – 4 Jahre
3 – 4 Monate 6 – 8 Jahre
6 Monate10 Jahre
7 Monate12 Jahre
12 Monate15 Jahre
18 Monate21 Jahre
2 Jahre24 Jahre
3 Jahre28 Jahre
4 Jahre32 Jahre
5 Jahre36 Jahre
6 Jahre 40 Jahre
7 Jahre44 Jahre
8 Jahre48 Jahre
9 Jahre 52 Jahre
10 Jahre 56 Jahre
11 Jahre 60 Jahre
12 Jahre 64 Jahre
13 Jahre 68 Jahre
14 Jahre 72 Jahre
15 Jahre 76 Jahre
16 Jahre 80 Jahre
17 Jahre 84 Jahre
18 Jahre 88 Jahre
19 Jahre 92 Jahre
20 Jahre 96 Jahre
21 Jahre 100 Jahre
22 Jahre 104 Jahre
23 Jahre 108 Jahre
24 Jahre 112 Jahre
25 Jahre 116 Jahre


Demnach sind meine Kater heute also 32 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch, Garrus und Wrex! Ich hoffe, sie bleiben mir noch lange erhalten.

Bitte fleißig weitersagen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.